Chinesen in Thailand: Mehr als Minderheit

Die Chinesen sind da! Und das nicht erst seit gestern, sondern seit einigen hundert Jahren in Thailand.

So etwa sieht es bei Chinas Militärparaden auch aus: Kohorte um Kohorte zieht lärmend unter wehenden Fahnen durch Pattayas Walking Street und über den Balihai Pier. Allerdings sind die Fahnen nicht nur rot, sondern bunt und nicht in den Händen von Soldaten, sondern von Reiseführern. Und die „Waffen“ sind nur Baht und Kamera. Die Chinesen sind da! Und das nicht erst seit gestern, sondern seit einigen hundert Jahren in Thailand.

Mehr in Wort und Bild dazu hier:

https://thainess.de/chinesen-in-thailand/

„Warum China kein Schnupfen ist. Oder: Stabilität und Innovation – das Yin und Yang des modernen China“

Mehr über China gibt es von mir auch in diesem Wirtschaftsreisebericht:

https://www.saar-polygon.de/china-saarland/

9 Kommentare zu „Chinesen in Thailand: Mehr als Minderheit“

  1. Danke für den interessanten und aufschlussreiche Beitrag. Ich habe in Nanning gearbeitet und bin überrascht gewesen von der Ordnung und Sauberkeit in dieser Stadt. Habe nur angenehme Erfahrungen mit Chinesen gehabt.

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  2. China hängt in der Entwicklung Europa noch etwas hinterher. Eine oder zwei Genarationen noch, und es wird anders sein.
    Beginnend mit der Industriealisiertung ist die Familie und das Zusammensein in Gruppen in Europa immer mehr in den Hintergrund gerückt. In den 60ern waren hier noch Fernbusreisen in Gruppenstärke nach Italien oder Spanien das Non plus Ultra. Meine Eltern waren da auch ein paar mal.
    Dann kamen die Flugreisen mit immer mehr Individualismus dazu, natürlich auch um etwas angeben zu können, man war halt mit der Flugreise nach Afrika oder so etwas Besonderes!
    Aber das hat auch seine Schattenseiten, man kümmert sich weniger um das Gemeinwohl, weil man ja was besseres ist, die gefühlte und gelebte Sauberkeit und Ordnung in der Öffentlichkeit lässt nach. Wer Thailand noch von früher kennt, dem ist das vielleicht nicht so unbekannt. Oder auch von den Griechischen Inseln her. Direkt nach dem Krieg sehr sauber, dann kamen die Touris und die Müllberge.
    Individualreisen sind eben nicht immer nur gut. Da sind die Chinesen in Gruppenstärke wohl das geringste Übel und noch gerne gesehen. Nur leider machen wohl die Chinesen selber, die alles als Pauschalreisen von China aus organisieren und den Reibach machen, mehr Gewinn als die Thais, was vielen von denen etwas ärgerlich sein mag.
    Aber das wird sich vielleicht bald ändern, wenn die Chinesen mehr in den Bereich der Individualreisen vordringen, vielleicht aber auch mit etwas negativeren Konsequenzen.
    In Thailand ist man mit den erwähnten Restriktionen und Strafen bei Umweltverstößen doch noch recht human, solange die Chinesen ihre gute Kinderstube noch nicht vergessen haben dürfte das aber noch einige Zeit gut laufen. So lange sind die Europäer da noch die Ferkelchen, oder man wird es zumindest ihnen zur Last legen.
    Würde übrigens gerne auch mal nach China reisen, vielleicht bei meinem nächsten Thailandreise mal einen Abstecher in die Region machen. Das würde ich mir da gerne mal ansehen getreu dem Lied von Geier Sturzflug: Besuchen Sie China, solange es noch steht!

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    1. Danke für Ihren ausführlichen Kommentar, auch wenn ich nicht alle Ihre Einschätzungen teile. Was eine Reise nach China angeht: Kann ich nur jederzeit empfehlen. Und von Thailand aus ist es je nach Destination ja nur ein Katzensprung. Stehen wird China noch lange, übrigens. Wobei angesichts der Dynamik in dem Land das Wort „stehen“ eigentlich unpassend ist. Besser wäre wohl: In China wird´s noch lange laufen.

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  3. „Zum einen hat die thailändische Regierung den früheren roten Angstgegner China als Partner entdeckt, um Defizite bei Infrastruktur und Innovation wettzumachen und um politisch unabhängiger von den – so empfinden es nicht wenige Thais aus dem Machtapparat – ewig an Thailand rumnörgelnden westlichen Demokratie zu werden.“
    Das ist eine interessante These. Auf welche Quellen stützt sich hier der Artikel und an welchen praktischen Beispielen lässt sich das konkret festmachen?

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    1. Die von Ihnen nachgefragte These stützt sich zum einen auf eine Intensivierung von Dialog und Regierungskonsultationen zwischen der thailändischen Regierung nach dem Sturz von Yingluck Shinawatra mit China sowie einer inzwischen eingeleiteten Reihe gemeinsamer Infrastrukturprojekte mit China im Rahmen der „Silk-and-Beltroad“-Initiative der VRC, u.a. einer transkontinentalen Schnelleisenbahnlinie von Malaysia nach Norden sowie gemeinsamer Vorhaben im Rahmen der thailändischen „Eastern Economic Corridor“-Initiative. Parallel dazu hat die vormalige durch einen Militärputsch an die Macht gekommene Regierung mehrfach sowohl die Kritik der EU als auch der USA an der politischen Situation in Thailand scharf zurückgewiesen, ihrerseits die Einhaltung des Lese Majesté auch in EU-Ländern eingefordert bzw. Verstösse dagegen (z.B. in westlichen Medien) sanktioniert und ihre Kritik daran geäußert, dass die EU nach dem Militärputsch alle Vorgespräche über ein Freihandelsabkommen mit Thailand eingestellt hat.
      Diese beiden Entwicklungen sind auch deshalb besonders bemerkenswert, da Thailand zu Zeiten des weltweiten kalten Krieges und der heißen Kriege in Indochina über Jahrzehnte ein verlässlicher Partner des Westens und der antikommunistischen Phalanx Asiens war. In Thailand selbst herrschte über Jahrzehnte eine – nicht zuletzt durch die Entwicklungen und das Erstarken der Kommunisten in China, Vietnam, Kambodscha und Laos hervorgerufene – Phobie gegen alle auch im weitesten Sinne als „links“ einzuordnenden politischen Initiativen. Diese Phobie entlud sich insbesondere bei der blutigen Niederschlagung von Studentendemonstrationen in den Jahren 1973 und 1992, deren regierungskritische und demokratische Mitbestimmung einfordernden Teilnehmer pauschal als „Kommunisten“ diskreditiert und – insbesondere 1973 – mit diesem Argument nachhaltig verfolgt wurden. Auch die Tatsache, dass es in Thailand als einem der wenigen teilindustrialisierten Schwellenländer nie nenennswerte sozialistische oder sozialdemokratische Parteien oder eine breite Gewerkschaftsbewegung gegeben hat, unterstreicht diese Fronthaltung aus dem kalten Krieg und ihre innenpolitische Wirkung. Um so bemerkenswerter ist die von mir in dem Beitrag angedeutete und von Ihnen nachgefragte Entwicklung der letzten ca. zehn Jahre.

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